Das Sektionaltor ist eine der beliebtesten Lösungen für neue Garagen und für den Austausch alter Schwingtore. Es läuft platzsparend unter die Decke, ist meist gedämmt und lässt sich ideal mit einem elektrischen Antrieb kombinieren. Dieser Ratgeber erklärt Aufbau, Vor- und Nachteile, die wichtigsten Einbaumaße, Antrieb und Kosten.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Sektionaltor besteht aus mehreren waagerechten Paneelen, die beim Öffnen senkrecht nach oben und dann unter die Garagendecke laufen.
- Es braucht keinen Platz vor der Garage und bietet mehr Durchfahrtshöhe und -breite als ein Schwingtor.
- Doppelwandige, mit PU-Schaum gefüllte Paneele sorgen für Wärmedämmung. Das lohnt sich vor allem bei angebauten oder beheizten Garagen.
- Für den Einbau entscheidend sind Sturzhöhe, Seitenanschlag und Einbautiefe.
- Kosten: Sektionaltor mit Antrieb inklusive Montage ab rund 2.100 € für eine Einzelgarage.

Was ist ein Sektionaltor?
Ein Sektionaltor, auch Sektional-Garagentor genannt, besteht aus mehreren waagerechten Paneelen, den Sektionen. Sie sind über Scharniere miteinander verbunden und laufen mit Rollen in seitlichen Schienen. Beim Öffnen fährt das Tor senkrecht nach oben und biegt dann in die waagerechten Laufschienen unter der Decke ab. Federn gleichen das Gewicht aus. Kleinere Tore haben meist Zugfedern links und rechts in den Zargen. Größere Tore arbeiten mit Torsionsfedern auf einer Welle über dem Sturz.
Weil sich das Tor nie nach außen bewegt, können Sie direkt vor der Garage parken. Die Paneele bestehen meist aus Stahl, seltener aus Holz oder Aluminium mit Glaseinsätzen.

Deckenlauf- oder Seitensektionaltor?
Beim üblichen Deckenlauf-Sektionaltor liegt das geöffnete Tor unter der Decke. Ein Seitensektionaltor läuft dagegen zur Seite an der Garagenwand entlang. Es lässt die Decke frei, braucht wenig Sturz und kann für Fußgänger nur ein Stück geöffnet werden. Dafür benötigt es Platz an einer Seitenwand und ist meist teurer.
Vor- und Nachteile eines Sektionaltors
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Kein Platz vor der Garage nötig | Teurer als ein Schwingtor |
| Mehr Durchfahrtshöhe und -breite | Laufschienen belegen Platz unter der Decke |
| Gute Wärmedämmung mit doppelwandigen Paneelen | Mehr bewegliche Teile wie Rollen, Scharniere und Federn |
| Ideal für einen elektrischen Antrieb | Braucht ausreichend Sturz und Seitenanschlag oder einen Sonderbeschlag |
| Antriebe mit Verriegelung erschweren das Aufhebeln |
Sektionaltor oder Schwingtor?
Ein Sektionaltor lohnt sich vor allem, wenn Sie direkt vor der Garage parken, jeden Zentimeter Durchfahrtshöhe brauchen oder die Garage beheizt ist. Für eine freistehende, ungeheizte Garage mit freier Zufahrt ist ein Schwingtor die günstigere Alternative. Den ausführlichen Vergleich finden Sie im Ratgeber Schwingtore für Garagen. Einen Vergleich aller Torarten einschließlich Rolltor finden Sie in unserer Übersicht der Garagentore.
Einbauvoraussetzungen: Sturz, Seitenanschlag und Einbautiefe
Ob ein Sektionaltor in Ihre Garage passt, entscheiden vor allem drei Maße an der Innenseite der Garage:
- Sturzhöhe: der Abstand von der Oberkante der Toröffnung bis zur Decke. Hier sitzen die Laufschienen und bei Toren mit Torsionsfedern die Federwelle. Je nach Beschlag reichen die Anforderungen von etwa 10 cm bei Niedrigsturz-Beschlägen bis über 20 cm bei Standardbeschlägen. Beim Niedrigsturz-Beschlag rückt die Federwelle nach hinten an die waagerechten Laufschienen und braucht über der Öffnung keinen Platz mehr. Die genauen Werte stehen in den Einbaudaten des Herstellers.
- Seitenanschlag: die Mauerbreite links und rechts neben der Öffnung, an der die senkrechten Laufschienen befestigt werden. Meist sind knapp 10 cm je Seite oder mehr nötig.
- Einbautiefe: Die waagerechten Laufschienen reichen etwas weiter als die Torhöhe in die Garage hinein. Mit Antrieb kommt die Länge der Führungsschiene dazu.
- Wand, Decke und Boden: Wand und Decke müssen tragfähig sein, der Boden unter der Bodendichtung möglichst eben. Für einen Antrieb wird eine Steckdose an der Decke benötigt.
Tipp: Ist der Sturz zu niedrig, gibt es Niedrigsturz-Beschläge oder das Seitensektionaltor als Alternative. Lassen Sie die Maße vor dem Kauf von einem Fachbetrieb prüfen.
Wie Sie die Öffnung richtig ausmessen, zeigt unser Messleitfaden im Schwingtor-Ratgeber. Die Maße gelten für beide Torarten.
Standardgrößen für Einzel- und Doppelgaragen
Sektionaltore gibt es in vielen Standardgrößen. Sie werden in Breite × Höhe in Millimetern angegeben, zum Beispiel 2500 × 2125 mm. Typische Größen im Überblick:
| Garage | Typische Breite | Typische Höhe |
|---|---|---|
| Einzelgarage | 2375 bis 2750 mm | 2000 bis 2250 mm |
| Breite Einzelgarage, große Fahrzeuge | 3000 mm | 2125 bis 2500 mm |
| Doppelgarage | 4500 bis 5000 mm | 2000 bis 2250 mm |

Bei Doppelgaragen haben Sie die Wahl zwischen einem breiten Tor und zwei einzelnen Toren. Ein breites Tor ist bequemer beim Rangieren. Zwei Tore lassen sich getrennt öffnen und brauchen weniger Zugkraft pro Antrieb.
Dämmung, Material und Optik
- Doppelwandige Stahl-Paneele: der Standard. Sie sind mit PU-Schaum gefüllt und häufig rund 40 mm dick. Dickere Paneele dämmen besser.
- Einwandige Paneele: günstiger und ungedämmt. Sie reichen für freistehende, unbeheizte Garagen.
- Holz: natürliche Optik, braucht aber regelmäßigen Anstrich.
- Aluminium mit Glas: moderne Optik und Tageslicht in der Garage.
- Oberflächen und Farben: glatt oder mit Holzmaserung. Weiß (RAL 9016) ist meist Standard, Anthrazit (RAL 7016) ist sehr beliebt.
Gut zu wissen: Grenzt die Garage an das Haus oder ist sie beheizt, lohnt sich ein gedämmtes Tor mit guter Bodendichtung. Bei einer freistehenden Garage steht der Schutz vor Wind und Regen im Vordergrund.
Sektionaltor elektrisch: der passende Antrieb
Die meisten Sektionaltore werden heute mit Antrieb gekauft. Ein Antrieb lässt sich aber auch nachrüsten, meist unkomplizierter als beim Schwingtor. Achten Sie auf diese Punkte:
- Zugkraft passend zur Torgröße: Die Hersteller geben an, bis zu welcher Torbreite und Torfläche ein Antrieb geeignet ist. Doppelgaragentore brauchen stärkere Antriebe.
- Sicherheit: Kraftbegrenzung und Hinderniserkennung nach DIN EN 12453, eine Notentriegelung und bei Bedarf eine Lichtschranke.
- Einbruchschutz: Viele Antriebe verriegeln das Tor in geschlossener Stellung mechanisch.
- Komfort: sanfter Anlauf und Stopp, Lüftungsstellung, Beleuchtung, Handsender und Smart-Home-Anbindung.

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Mehr zu Premium-Antrieben lesen Sie im Beitrag STEINAU P100-4 und Hörmann SupraMatic H4. Hat Ihre Garage keinen Strom, zeigt unser Solar-Antrieb im Winter-Test, was ein Akku-Antrieb leistet.
Was kostet ein Sektionaltor mit Einbau?
Die Kosten hängen von Größe, Paneel, Oberfläche, Antrieb und dem Aufwand vor Ort ab. Die folgenden Spannen dienen zur Orientierung:
| Leistung | Inklusive Montage |
|---|---|
| Sektionaltor ohne Antrieb, Einzelgarage | rund 1.800 bis 2.300 € |
| Sektionaltor mit Antrieb, Einzelgarage | rund 2.100 bis 3.000 € |
| Sektionaltor mit Antrieb, Doppelgarage | rund 3.000 bis 4.800 € |
| Antrieb für vorhandenes Sektionaltor nachrüsten | rund 500 bis 1.000 € |
| Altes Tor demontieren und entsorgen | ab ca. 100 € |
Ein verbindlicher Preis hängt von den genauen Maßen und der Einbausituation ab. Über unser Anfrageformular erhalten Sie kostenlos ein Angebot von einem Fachbetrieb aus Ihrer Region.
Sektionaltor selbst einbauen oder vom Fachbetrieb?
Sektionaltore gibt es auch als Bausatz. Wer handwerklich geübt ist, kann sie mit zwei Personen montieren. Der Aufwand wird aber oft unterschätzt: Die Laufschienen müssen exakt ausgerichtet und die Federn richtig eingestellt werden, sonst läuft das Tor schief oder schwer. Außerdem gilt die Herstellergarantie teils nur bei fachgerechter Montage.
Achtung: Torsionsfedern stehen unter sehr hoher Spannung. Fehler beim Spannen oder Lösen können schwere Verletzungen verursachen. Überlassen Sie das Einstellen und Tauschen der Federn einem Fachbetrieb.
Wartung und typische Probleme
- Tor quietscht oder rattert: Rollen, Scharniere und Lager brauchen Pflege, aber nicht mit jedem Mittel. Welches Spray geeignet ist, lesen Sie in Sektionaltor quietscht und rattert.
- Tor fährt wieder auf: Häufig sind eine verschmutzte Lichtschranke, ein Hindernis in der Laufschiene oder eine zu empfindlich eingestellte Kraftbegrenzung die Ursache.
- Gebrochene Feder: Das Tor wird plötzlich sehr schwer oder schließt schief. Benutzen Sie es dann nicht mehr und rufen Sie einen Fachbetrieb.
- Undichte Bodendichtung: Poröse Dichtungen lassen Wasser und Kälte herein. Sie lassen sich meist einzeln tauschen.
Einmal im Jahr sollten Sie Laufschienen reinigen, Rollen und Scharniere schmieren, die Federn ansehen und die Hinderniserkennung testen. Mehr Tipps finden Sie im Pflege-Ratgeber für Garagentore.
Häufige Fragen zu Sektionaltoren
Was kostet ein Sektionaltor mit Einbau?
Für eine Einzelgarage kostet ein Sektionaltor mit Antrieb inklusive Montage meist rund 2.100 bis 3.000 Euro. Doppelgaragentore, gedämmte Premium-Paneele und Sonderfarben kosten mehr.
Wie viel Sturz braucht ein Sektionaltor?
Das hängt vom Beschlag ab. Niedrigsturz-Beschläge kommen mit etwa 10 cm aus, Standardbeschläge brauchen oft über 20 cm. Die genauen Werte stehen in den Einbaudaten des Herstellers. Bei sehr wenig Sturz ist ein Seitensektionaltor eine Alternative.
Kann man ein Sektionaltor selbst einbauen?
Mit handwerklicher Erfahrung und einer zweiten Person ist das möglich. Laufschienen und Federn müssen aber exakt eingestellt werden, und die Federn stehen unter hoher Spannung. Viele Hersteller gewähren die volle Garantie nur bei fachgerechter Montage.
Ist ein Sektionaltor wärmegedämmt?
Die meisten Sektionaltore haben doppelwandige Stahl-Paneele mit PU-Schaum und sind damit gedämmt. Einwandige Paneele sind günstiger, aber ungedämmt.
Welcher Antrieb passt für ein Sektionaltor?
Fast alle Deckenantriebe eignen sich für Sektionaltore. Entscheidend ist, dass Zugkraft und freigegebene Torgröße zu Ihrem Tor passen. Für Doppelgaragentore brauchen Sie einen stärkeren Antrieb.
Gibt es Sektionaltore für Doppelgaragen?
Ja. Üblich sind Breiten von etwa 4500 bis 5000 mm. Alternativ lassen sich zwei einzelne Tore einbauen, die getrennt öffnen.
Was ist ein Seitensektionaltor?
Ein Seitensektionaltor läuft beim Öffnen zur Seite an der Garagenwand entlang statt unter die Decke. Es lässt die Decke frei, braucht wenig Sturz und kann für Fußgänger teilweise geöffnet werden.
Warum quietscht mein Sektionaltor?
Meist sind Rollen, Scharniere oder die Federlager trocken oder verschmutzt. Reinigen Sie die Teile und verwenden Sie ein geeignetes Pflegespray. Klassisches Lagerfett zieht Schmutz an und verschlimmert das Problem.
Wie lange hält ein Sektionaltor?
Bei regelmäßiger Wartung hält ein Sektionaltor oft 20 Jahre und länger. Die Federn sind Verschleißteile und auf eine begrenzte Zahl von Torbewegungen ausgelegt. Sie müssen im Laufe der Zeit getauscht werden.


